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ESV II voll im Aufstiegsrennen

UTC Karlstetten I – ESV Ober-Grafendorf II 2:6

Der ESV reiste zum aktuellen Tabellenführer – die Ausgangslage war also keine einfache. Wenn man jedoch noch um den Aufstieg mitreden möchte, dann muss man solche Spiele natürlich dennoch gewinnen können, und die eigene starke Aufstellung ließ die Gäste durchaus hoffen.

Seeböck – Kain 6:0 6:2
Der Mannschaftsführer der Gäste sah sich einem jungen Kontrahenten gegenüber, der von Beginn an das Match unter seine Kontrolle bringen konnte. Jegliches längere Grundlinienduell konnte er für sich entscheiden, und holte somit Game um Game. Kain musste umstellen und versuchte das auch. Mit mehr Risiko von der Grundlinie und dem häufiger genutzten Weg ans Netz gestaltete sich der Beginn des zweiten Satzes etwas ausgeglichener, in Summe gesehen war der Gegner trotzdem an diesem Tag einfach zu stark. Kains Leistung war auch gar keine schlechte gewesen, der favorisierte Seeböck war einfach zu konstant als dass eine Überraschung drin gewesen wäre.

Oberzaucher – Huber R. 5:7 3:6
Huber merkte man die gelungene Vorbereitung bereits am frühen Morgen an, kein Funken an Nervosität war zu spüren. In einem hochklassigen Duell prägten viele lange Ballwechsel das Match, welche Huber immer wieder für sich entscheiden konnte und mit 1:4 davonzog. Doch kaum ließ er einen Hauch nach, nutzte der Karlstettner das eiskalt aus und holte vier Games in Serie. Die nächsten vier Games gehörten dann wieder dem entfesselten Huber, der einzig den Kampf gegen den Sonnenschirm trotz innovativer Ideen haushoch verlor. Im zweiten Satz hielt er sein unglaubliches Niveau dann gänzlich durch (unterbrochen von ein paar Jausenpausen) und sackte in beeindruckender Manier den 1:1 Ausgleich ein!

Kindermann-Zeilinger – Pany 3:6 7:6 6:7
Der schwarze Kohlenstoffrückstand der 1er Mannschaft startete gut ins Match, servierte stark und konnte mit seiner Vorhand konstant Druck auf sein Gegenüber ausüben. Die Games waren zwar allesamt recht eng, aber meistens behielt Pany die Oberhand und fuhr so den ersten Satz ein. Im zweiten brachten beide Spieler ihre Aufschlaggames bis zum 5:5 durch, ehe Pany der vermeintlich entscheidende Durchbruch mit einem Break gelang. Postwendend musste er jedoch das Re-Break hinnehmen und war im Tiebreak mit 7:1 chancenlos. Davon gezeichnet startete er den dritten Satz mit vier Doppelfehlern, erfing sich aber zum Glück rasch wieder. Bei der Abwehr von zwei Matchbällen bei 5:4 fand Pany schließlich seine dominante Vorhand wieder und kämpfte sich in den Tiebreak, welchen er im einsetzenden Regen dominierte und mitreißend gewinnen konnte.

Kindermann – Moser 3:6 2:6
Moser ging nicht ganz schmerzfrei in das Match, enttäuschte die Zuschauer aber trotzdem nicht. In seiner unnachahmlich ökonomischen Art bewegte er seinen Körper gemächlich über den Platz und verteilte dabei die Bälle geschickt. Nach dem raschen 0:3 konterte Kindermann nochmals und kam wieder heran, doch Moser ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Hin und wieder setzte er gar seine beidhändige Vorhand ein um sicherzustellen, dass das Match nicht mehr kippen würde – und das tat es auch. In heller Vorfreude auf die 0,5er Flaschen Gspritztn, die Huber im Kühlschrank entdeckt hatte, und aus Angst vor den nahenden Regenwolken, stellte Moser das 1:3 auf souveräne Weise sicher!

Schett – Weingast 0:6 1:6
Nach einer Regenpause, in der alle Spieler gedacht hatten, dass das sportliche Ende des Tages gekommen war, stellte sich die Frage, wer nach dem gemütlichen Zeitvertreib mit Bier und Wein sich besser wieder auf die sportliche Herausforderung einstellen konnte und die erworbenen Promille besser wegstecken konnte – und genau da machte sich Weingasts Spielvorbereitung vom Vortag mit Huber bezahlt. Auf einer biergeschwängerten Welle des Erfolges ritt er durch den ersten Satz, schlug unzählige Vorhandwinner und ließ Schett nicht den Hauch einer Chance. Um nicht in die Gefahr zu geraten nüchtern spielen zu müssen, zog er dasselbe dominante Spiel auch im zweiten Satz durch und gewann auch diesen im Eiltempo!

Bruckner – Zehndorfer 1:6 3:6
Unter genau denselben Voraussetzungen betraten Bruckner und Zehndorfer das Feld – letzterer jedoch mit dem Bewusstsein sich am Vorabend mit Huber und Weingast ideal auf eine solche Eventualität eingestellt zu haben. Durch den regenbedingt langsameren Platz verzichtete Zehndorfer gänzlich auf seine Topspinschläge, sondern rückte immer wieder mit Slice-Angriffsbällen an Netz, und das beinahe durchwegs erfolgreich. Bis zum 1:6 1:5 ging das Konzept perfekt auf, ehe sich ein paar Unkonzentriertheiten am Netz einschlichen. Doch nachdem Bruckner sich zwei Games in Folge sichern konnte, war wieder Zehndorfer an der Reihe das Spiel zur 1:5 Führung nach Hause zu bringen.

Damit war der Auswärtssieg sichergestellt, das Ziel musste nun sein vier Punkte zu holen, wofür zwei Doppelsiege benötigt wurden. Zehndorfer warf die bereits ausgetüftelten Vorschläge der Kollegen über Bord, erahnte die Aufstellung der Karlstettner gut und konnte auch Kain von seiner Variante überzeugen.

Oberzaucher/Kindermann-Zeilinger – Kain/Pany 6:3 7:6
Laut ITN eine 50:50 Partie, mit dem psychologischen Vorteil des Einzelsiegs von Pany auf Seiten der Gäste. Und so verlief das Match auch ausgeglichen, obwohl sich die Gastgeber rasch einen kleinen Vorteil erarbeiteten. Sie boten um das Quäntchen mehr Konstanz auf, während auf der anderen Seite der ein oder andere Volley- und Grundlinienfehler zu viel auftrat. Nach dem 6:3 kassierten sie auch im zweiten ein frühes Break, konnten dies aber mit viel Kampf zum 3:3 egalisieren und landeten somit letztlich in einem Tiebreak. Leider spielten die Heimischen diesen jedoch sehr konstant und verkürzten damit auf 2:5.

Seeböck/Kindermann – Huber R./Zehndorfer 3:6 5:7
Auch hier trafen zwei vom ITN her gleich starke Paarungen aufeinander, wobei es für die Ober-Grafendorfer vor allem darum ging den bärenstarken 1er der Gastgeber nicht das Spiel übernehmen zu lassen. Denkbar unglücklich und ungeschickt starteten Huber/Zehndorfer – sie verloren die ersten drei No-Ad-Games und gerieten mit 1:3 in Rückstand. Doch eine kleine von Huber initiierte taktische Umstellung brachte die völlige Wende – Zehndorfer erlangte darauffolgend die Lufthoheit in diesem Match und mit fünf Games in Serie stand Satz 1 zu Buche. Als dann auch noch Hubers Vorhand funktionierte schien alles (bis auf eine regenbedingte Bierpause) für den ESV zu sprechen, doch bei 2:5 wurde der sonst überragende Zehndorfer von einer Schwächephase heimgesucht. Doch Huber holte die Kohlen mit zwei bärenstarken Games aus dem Feuer und sicherte den verdienten Erfolg!

Schett/Bruckner – Moser/Weingast
Das dritte Doppel, in das der ESV klar favorisiert gegangen war und den vierten Punkt sichern hätte sollen, fiel laut offiziellem Spielbericht letztlich endgültig der „zu hohen Flüssigkeitsmenge vor Ort“ zum Opfer und muss daher nachgetragen werden…